 Erster Advent
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Erster Advent
Sind Sie auch ein "Advent-Freak"? Lieben Sie Kerzenschimmer? Guezli- und Mandarinenduft? Einen heissen Punsch? Und gehört auch bei Ihnen - obwohl der Dezember ja manchmal stressig ist - ein Adventskranz oder doch wenigstens ein adventliches Gesteck ins Wohnzimmer? Dann haben wir einige Informationen, die Sie interessieren dürften.
Vom Holzreif zum Adventskranz
Wann und wo der erste Adventskranz als christliches Symbol auftauchte, lässt sich nicht eindeutig belegen. Namhafte Historiker nehmen aber an, dass ihn der Hamburger Pastor Johann Heinrich Wichern "erfand". Während der Adventszeit liess dieser im "Rauhen Haus", einer Anstalt zur Betreuung gefährdeter männlicher Jugendlicher, einen Holzreif mit 23 Kerzen (19 kleinere rote, 4 dicke weisse) aufhängen, von denen täglich eine mehr angezündet wurde. Später begann er, den Reif mit Tannengrün zu umwinden. In kleinerer Ausführung, mit nur vier Kerzen, trat der Adventskranz schliesslich nach dem Ersten Weltkrieg seinen Siegeszug durch Europa an.
Schon älter ist da der Brauch, zum Advent Türkränze als Willkommensgruss an die Haustür zu hängen. Dieser stammt aus Skandinavien.
Ursprünglich umfasste die Adventszeit übrigens fünf Wochen. Und erst Papst Gregor VII. (1073-1085) verkürzte sie auf deren vier. Dies deshalb, weil man damals glaubte, die Welt sei 4000 Jahre vor Christi Geburt erschaffen worden und man mit jeder Adventswoche 1000 Jahre symbolisieren wollte.
Aberglaube im Advent!
Im Dezember gab es vor allem früher mancherlei Sitten und Gebräuche, die nicht selten in Aberglaube mündeten:
So beispielsweise den Andreastag, der den kirchlichen Beginn der Adventszeit markiert. Eigentlich wurde dieser Tag als Gedenktag an den Apostel Andreas geschaffen, aber in Wirklichkeit war er bis vor wenigen Jahrzehnten in ländlichen Gebieten der Schweiz einer der wichtigsten "Lostage". "Losen" bedeutet "wahrsagen", und ledige Frauen beispielsweise konnten in der Andreasnacht erfahren, wer ihr Zukünftiger sein würde. Um ihn im Traum zu sehen, wurde ein angegessener Apfel unters Kopfkissen gelegt und mit dem linken Fuss zuerst rückwärts ins Bett gestiegen. Dabei musste man ein Sprüchlein aufsagen: "Heiliger Andreas, ich bitt" dich, Bettstatt, ich tritt" dich, lass mir erscheinen den Herzallerliebsten mein!" Man konnte allerdings auch an der Hühnerstalltür horchen: Gackerte als erstes ein Huhn, blieb man ledig. Oder man zog blindlings ein Scheit aus der Beige: Hatte es eine Rinde, war der Zukünftige behaart. Wenn ein Mädchen wissen wollte, ob es noch lange zu Hause bleiben müsse, warf es einen Pantoffel hinter sich: zeigte die Schuhspitze zur Tür, so hiess das, dass es bald unter die Haube kommen würde.
Der 4. Dezember hingegen ist der heiligen Barbara gewidmet. Sie war Tochter eines reichen heidnischen Kaufmanns und wurde von ihm, weil sie sich gegen seinen Willen taufen liess, ins Gefängnis geworfen. Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschenzweig in ihrem Kleid. Den stellte Barbara in einen kleinen Krug, und er blühte just an dem Tag auf, als sie hingerichtet werden sollte. Der Überlieferung zufolge soll sie gesagt haben: "Du schienst wie tot. Aber du bist aufgeblüht zu neuem Leben wie auch ich bald zu ewigen Leben aufblühen werde". So kam es, dass man sich von der heiligen Barbara reiche Ernte im kommenden Jahr erhoffte und am 4. Dezember die Obstbäume mit Stroh umwand. Heute noch schneidet man bei dieser Gelegenheit Obstzweige (vor allem Kirschbaumzweige) und stellt sie als Barbarazweige ins Wasser, damit sie an Weihnachten blühen. Übrigens: Lange Zeit gaben ledige Frauen in Entscheidungsnöten den Zweigen die Namen von Verehrern. Das "Rennen" machte schliesslich jener, dessen Zweig zuerst blühte.
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